Bis jetzt haben mich die Frühstücke auf den bewirtschafteten DNT-Hütten nie enttäuscht – aber heute wurde nochmal eins draufgesetzt: Neben dem üblichen reichhaltigen Buffet gab es Lachs … und, zur Krönung des Morgens: Kaiserschmarrn mit Rosinen. Ich war im Frühstückshimmel.
Gestärkt starten ich in den Tag – und ich kann mit Überzeugung sagen: Der heutige Wanderweg gehört in die Kategorie 5 Sterne de luxe. Links unter uns leuchtet der tiefblaue Esandsjøen, eingebettet im Talboden. Rechts reiht sich Berg an Berg, ein Panorama wie aus dem Lehrbuch norwegischer Postkartenmotive.
Die Wegführung ist ein Genuss – der Pfad bestens ausgebaut, alle sumpfigen Stellen sind mit Bohlen belegt. Zwei kleinere Bäche sind zu furten, aber bei diesem Traumwetter und dem Wissen, dass eine Hütte auf uns wartet, ist das ein reines Vergnügen.


Ein paar Kilometer vor Storerikvollen stoßen wir nach einer Hängebrücke auf einen Sandstrand. Natürlich lassen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen: Wanderschuhe aus, rein ins Wasser – eine Schwimmeinheit mitten im Fjell. Kühl, klar, belebend. Norwegen in seiner reinsten Form.

Die letzten Kilometer zur Hütte werden dann doch nochmal zur Prüfung der Nerven – die Luft ist voller Gelsen, und diesmal bringen sie noch Verstärkung mit: Pferdebremsen. Jede unbedeckte – und auch bekleidete – Hautstelle wird gnadenlos attackiert. Einsprühen will ich mich nicht mehr, also bleibt nur: Kopf runter, Schritt für Schritt, einfach durchziehen.
Heute will ich auf keinen Fall zelten. Der Gedanke, erneut von einem Heer blutsaugender Insekten beim Aufbau schikaniert zu werden, reicht völlig. Ich buche ein Bett – und bin froh drum.
Punkt 18 Uhr ruft das Abendessen. Doch heute läuft alles ein wenig … skurril. Die Speisen kommen im 30-Sekunden-Takt, scheinbar in zufälliger Reihenfolge: Milchreis, Speck und Wurst, Eierspeise, geschmolzene Butter, Rømmegrøt, Wassermelonen, Kartoffeln. Alles für sich köstlich – die Reihenfolge? Tja, die musste man sich halt selbst zusammenreimen. Hinterher gab’s noch Kaffee und Kuchen, wie zur Belohnung für kulinarisches Durchhaltevermögen.
Satt, sonnenverwöhnt und von Insekten gezeichnet, lasse ich den Tag Revue passieren. Einer der schönsten Wege bisher – mit Kaiserschmarrn zum Frühstück und Sandstrand zum Baden. Ein Tag wie gemalt.
Alles nachgelesen und noch einmal! Bist schon über 1000 km gegangen, super. Du wirst uns noch Jahren davon erzählen können!!!😉🤗👍